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Logopädie
bei Erwachsenen

Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen können auch im Erwachsenenalter auftreten – oft plötzlich nach einem Schlaganfall oder Unfall, oder schleichend im Rahmen neurologischer Erkrankungen. Auch stimmliche Belastungen, Operationen, Tumorbehandlungen oder Redeflussstörungen wie Stottern und Poltern können eine logopädische Behandlung notwendig machen.

In der Therapie unterstützen wir Sie dabei, kommunikative Fähigkeiten wiederzuerlangen, zu stabilisieren oder neu aufzubauen, um Ihren Alltag und Ihre Lebensqualität bestmöglich zu verbessern.

Für Menschen, die ihre Wohnung aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen können, bieten wir zudem Hausbesuche an. Diese erfolgen nach ärztlicher Verordnung direkt bei Ihnen zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen.

 

Aphasie

Symptome

Störungen der Lautsprache

  • Wortfindungsstörungen
  • Störungen der Wortwahl
    Patient nennt ein nicht beabsichtigtes Wort z.B.: Bett anstatt Stuhl
  • Störungen der Lautstruktur
    Patient verändert Wörter bis hin zur Unverständlichkeit z.B.: Bef anstatt Bett
  • Störungen von Satzbau und Grammatik
  • Satzabbrüche im Sinne eines Telegrammstils z.B.: „Gestern Stadt fahren“ oder Satzverschränkungen bzw. –verdopplungen z.B.: „Gestern war ich in der Stadt in die Stadt gefahren“
  • Automatisierte Sprache
  • unkontrolliertes Wiederkehren von Worten oder Phrasen oder der Patient wiederholt Gesagtes vom Vorredner oder eigene Äußerungen mehrfach
  • Sprachverständnisstörungen

Störungen der Schriftsprache

  • Beeinträchtigung des Lesens
  • Schriftzeichen werden nicht mehr erkannt, Worte werden verwechselt, Einschränkungen des Lese-Sinn-Verständnisses
  • Beeinträchtigung des Schreibens
  • Schriftzeichen können nicht mehr umgesetzt werden, Worte werden falsch geschrieben

 

Dysarthrie
Symptome:

  • undeutliche, verwaschene oder auch überschießende Artikulation
  • gestörte Sprechatmung ( z.B. falsche Atempausen beim Sprechen oder Sprechen auf die Einatmung)
  • veränderter Stimmklang
  • unnatürliche Betonung und Sprachmelodie
  • auffälliges Sprechtempo
  • tritt meist zusammen mit einer neurologischen Erkrankung wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder ALS auf

 

Sprachstörung bei Demenz
Symptome:

  • Wortfindungsstörungen
  • Umschreibungen statt konkreter Begriffe („das Ding“, „du weißt schon…“)
  • Nachlassen des Wortschatzes
  • Verständnisschwierigkeiten, besonders bei komplexen Sätzen
  • Probleme, Gesprächen zu folgen, besonders bei Ablenkung oder Hintergrundgeräuschen
  • Wiederholen von Fragen oder Aussagen
  • Verlangsamtes Sprechtempo
  • Abnehmende Fähigkeit, Gespräche zu beginnen oder aufrechtzuerhalten
  • Thematische Sprünge, Abschweifen im Gespräch
  • Beeinträchtigte Orientierung in Zeit, Ort oder Person, die die Kommunikation erschwert
  • Abnehmende Lesefähigkeit oder Schwierigkeiten beim Schreiben

 

Stimme
Symptome:

  • Heiserkeit (rau, kratzig oder behaucht klingende Stimme)
  • Schnelles Ermüden der Stimme, besonders beim Sprechen oder Singen
  • Verminderte stimmliche Belastbarkeit
  • Instabile Stimme (Stimmbruch, Schwanken in Lautstärke oder Tonhöhe)
  • Kloß- oder Druckgefühl im Hals
  • Hals- oder Rachenschmerzen beim Sprechen
  • Reduzierter Stimmumfang, besonders bei Sänger und Sängerinnen
  • Luftige oder leise Stimme
  • Anstrengungsgefühl beim Sprechen
    Stimmversagen

 

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Symptome:

  • Schmerzen des Kiefergelenks/der Kiefer- und Kaumuskulatur
  • ausstrahlende Schmerzen in den gesamten Kopf-/Nacken-/Rückenbereich
  • Verspannungen der ganzen Gesichtsmuskulatur
  • eingeschränkte Kieferöffnung
  • Bewegungseinschränkungen beim Kauen
  • Knacken/Knirschen beim Öffnen des Kiefers
  • Spannungskopfschmerzen
  • Zähneknirschen
  • Zungen-/Zähnepressen

 

Dysphagie
Symptome

  • Husten oder Räuspern beim Essen und Trinken
  • Verschlucken bei Flüssigkeiten oder Nahrung
  • gurgelnde Stimme nach dem Schlucken
  • Langes Kauen, verzögertes Schlucken
  • Gefühl von Nahrung, die im Hals „stecken bleibt“
  • Bolusreste im Mund oder Rachen
  • vermehrter Speichelfluss oder Speichelansammlung
  • Gewichtsverlust, geringe Nahrungsaufnahme
  • Wiederkehrende Atemwegsinfekte oder Lungenentzündungen (Aspiration)
  • Schmerzen beim Schlucken

 

Sprechapraxie
Symptome:

  • Unwillkürliche Lautverwechslungen (Laute werden falsch gebildet oder vertauscht)
  • derselbe Laut oder dasselbe Wort wird jedes Mal anders ausgesprochen
  • Suchbewegungen der Sprechorgane (sichtbares „Suchen“ der richtigen Lippen- oder Zungenposition)
  • Anstrengungsvolles, oft verlangsamtes Sprechen
  • Erhöhte Fehlerquote bei längeren oder komplexeren Wörtern
  • Starke Konzentration notwendig, um Worte zu formen
  • Nachsprechen gelingt oft besser als Spontansprache

 

Laryngektomie

Therapieschwerpunkte:

  • Aufklärung und Beratung zu den Folgen der Kehlkopfentfernung, zur neuen Atmung und zum Umgang mit dem Tracheostoma
  • Erlernen einer Ersatzstimme mit Training der Artikulation
  • Atem- und Sekretmanagement
  • Schlucktherapie, falls Schluckveränderungen bestehen
  • Unterstützung der psychischen Anpassung, da die Veränderung der Stimme und Atmung emotional belastend sein kann
  • Beratung der Angehörigen im Umgang mit der neuen Kommunikationssituation

 

Redeflussstörungen

Symptome Stottern:

  • Wiederholungen von Lauten, Silben oder Worten
  • Dehnungen von Lauten
  • Blockierungen
  • Blockierungen sind immer spannungsvoll, während Wiederholungen und Dehnungen sowohl locker als auch spannungsvoll sein können
  • Sekundärsymptomatik als gelernte Vermeidungsstrategie des Stotterns
  • Mitbewegungen, Abbruch von Blickkontakt, Pausen, Schwitzen

Symptome Poltern:

  • Zu hohes Sprechtempo
  • Unregelmäßiges Sprechtempo
  • Verschliffene oder ausgelassene Silben/Laute („Nuscheln“)
  • Ungeordneter Satzbau oder Sprünge im Inhalt
  • Wortfindungsprobleme oder unvollständige Formulierungen
  • Überlappungen von Wörtern
  • Begleitsymptome wie unruhige Bewegungen, schnelles Atmen oder gestische Überaktivität

 

Facialisparese

Therapieschwerpunkte:

  • gezielte Übungen zur Aktivierung, Kräftigung und Koordination der mimischen Muskulatur
  • Symmetrie-Training: Förderung gleichmäßiger Bewegungsabläufe im Gesicht
  • Verbesserung der Artikulation: Training von Lippen- und Mundmotorik zur klareren Aussprache
  • Funktionelles Schlucktraining: Unterstützung bei Speichelkontrolle und sicherem Trinken
  • Förderung von Wahrnehmung, Spannung und Feinkoordination im Gesicht
  • Übungen für Lidschluss & Augenschutz
  • Entspannungs- und Tonusregulation: Reduktion unwillkürlicher Mitbewegungen

Einblicke in die Therapie