Logopädie
bei Kindern
Die bestmögliche Entwicklung Ihres Kindes steht für uns an erster Stelle. Eine vertrauensvolle Atmosphäre, altersgerechte und fachlich fundierte Therapiemethoden sowie viel Spiel, Bewegung und Freude bilden die Grundlage unserer Arbeit.
Sie als Eltern können die logopädische Behandlung zu Hause unterstützen. Wir beraten Sie dazu und stellen Ihnen passende, spielerische Übungen für den Alltag zur Verfügung.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ihr Kind betroffen ist. Gemeinsam entwickeln wir dann einen individuellen Therapieplan.
Sprachentwicklungsstörung (SES)
Symptome:
- ausbleiben der Lallphase
- verspäteter Sprechbeginn
- verspätete Ich – Entwicklung
- Sprachverständnisschwierigkeiten
- Lautbildungs- und Lautverwendungsfehler (Nane – Banane)
- Wortschatz: eingeschränkter Wortschatz (das Kind zeigt häufig auf etwas, benennt die Gegenstände selten, “Ding”)
- Wortbedeutung: Unterscheidungsschwierigkeiten (z.B.:Lastwagen – Auto )
- Satzbau: Unvollständige oder fehlerhafte Satzbildung
- Kommunikation: kein Blickkontakt, gemeinsames Spielen entsteht sehr selten oder nicht
Aussprachestörung (Dyslalie)
Symptome:
- Verwechslung von Lauten (T/K – D/G)
- Lautersetzung (Roller – Loller)
- Auslassung der unbetonten Silben (Nane – Banane)
- Reduktion einer Konsonantenverbindung (Krug – Kug)
- Fehlerhafte Lautbildung
- Lispeln (Sigmatismus)
- Sch (Schetismus)
Myofunktionelle Störung
Symptome:
- Mundatmung/offene Mundhaltung
- Zungenvorstoß beim Schlucken
- Falsche Zungenruhelage (z.B. zwischen den Zähnen)
- übermäßiger Speichelfluss
- Artikulationsstörungen (z.B. Lispeln)
- schlaffe Körperhaltung
- Schnarchen
Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)
Symptome:
- Unterschiedliche Aussprache desselben Wortes
- Schwierigkeiten bei Laut- und Silbenfolgen
- Suchbewegungen von Lippen und Zunge
- Sprechen wirkt angestrengt oder mühsam
- Ungewöhnlicher Sprechrhythmus oder Betonung
- Gutes Sprachverständnis, aber eingeschränkte Spontansprache
- Wenig neue Wörter, da die motorische Planung schwerfällt
Ess- und Fütterstörung im Säuglings- und Kleinkindalter
Therapieschwerpunkte:
- Verbesserung der Basisfähigkeiten des Kindes für das Füttern/Essen/Schlucken
- Aufmerksamkeit, Sensibilität, ganzkörperlicher Tonus, orofaziale Fähigkeiten
- die Fütter-/Essenssituation wird im besten Fall bei der Familie zu Hause genau beobachtet und dann individuell an die Bedürfnisse angepasst
- Hilfestellungen in der konkreten Fütter- und Essenssituation
- Verbesserung der Lagerung/Haltung des Kindes
- unterstützende Griffe/Stimulationen beim Saugen oder Schlucken
- ausprobieren verschiedener Hilfsmittel
- ausführliche Elterngespräche und Elternanleitung
Kommunikations- und Sprachstörungen bei Beeinträchtigungen
Symptome:
- fehlendes Interesse an Kommunikation durch ganzkörperliche sensorische Störungen
- Sprachentwicklungsstörung
- Fütter-, Ess- und Trinkstörung bei Säuglingen und Kindern
- Speicheln
- Überempfindlichkeiten im Mundbereich
- fehlende neuromuskuläre Kontrolle durch ganzkörperliche sensorische Störungen
Late Talker
Symptome:
- Wortschatz mit weniger als 50 Wörtern im Alter von ca. 2 Jahren
- keine Zwei-Wort-Kombinationen wie „Papa da“ oder „mehr Saft“
- langsamer Wortschatzzuwachs
- häufig ein gutes Sprachverständnis, aber geringe Ausdrucksmöglichkeiten
- wenig Lautspiele oder spielerischer Umgang mit Sprache
- unklare oder vereinfachte Lautbildung
- wenig spontane verbale Kommunikation
- auffällige Gesten- oder Zeigestrategien als Ersatz fürs Sprechen
- Frust oder Rückzug, wenn Kommunikation nicht gelingt
Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)
Therapieschwerpunkte:
- Differenzierung von Geräuschen und Sprachlauten
- Verbesserung des Richtungshörens (aus welcher Richtung kommt das Geräusch?)
- Unterscheidung von Störschall und Nutzschall
- Verbesserung der Aufmerksamkeit auf ausschließlich Gehörtes (Hörbücher, vorgelesene Geschichten)
- Erkennen von Lauten und Geräuschen
- Verbesserung der Hörmerkspanne
orale Restriktionen (Zungenband)
Symptome bei Säuglingen:
- Schwierigkeiten beim Stillen (schlechte Saugtechnik, häufiges Loslassen)
- Unruhiges oder erschöpftes Trinken
- Schmerzen der Mutter beim Stillen
- Geringe Gewichtszunahme
Symptome bei Kindern:
- Eingeschränkte Zungenbeweglichkeit (Zunge kann nicht weit gehoben, gestreckt oder seitlich bewegt werden)
- Probleme beim Essen (z. B. Kauen, Schlucken, Übergang zu fester Nahrung)
- Speichelfluss / „Sabbern“
- Mundatmung
- Unklare Aussprache bestimmter Laute (z. B. /l/, /r/, /s/, /sch/)
- Eingeschränkte Mundmotorik insgesamt
Redeflussstörungen (Stottern / Poltern)
Symptome
- Lautwiederholungen
- Silbenwiederholungen
- Dehnungen
- Blockierungen
- häufige Satzabbrüche
- Vermeidung von bestimmten Äußerungen
- Sprechängste in bestimmten Situationen
- Körperliche Anspannungen beim Sprechen
- Vermeiden von Blickkontakt
selektiver Mutismus
Symptome:
- Sprechen in vertrauten Situationen, aber Schweigen in bestimmten sozialen Kontexten (z. B. Kindergarten, Schule, fremde Personen)
- Starkes Vermeidungsverhalten in Situationen, in denen gesprochen werden soll
- Körperliche Anspannung: erstarren, veränderte Mimik, eingeengte Gestik
Leise oder monotone Stimme, wenn gesprochen wird - Nicht-verbale Kommunikation anstelle von Sprache (Nicken, Zeigen, Lächeln ausweichend)
- Soziale Unsicherheit oder Rückzug
- Verstärktes Schweigen, wenn Druck aufgebaut wird oder die Erwartung hoch ist